Verschiebung der Ausstellung „Tod im Salz“
aufgrund der politischen Lage im Mittleren Osten (PDF) 


 

todimsalzUnglück im Salz

Als der 15-jährige Bergarbeiter seinen Arbeitstag antrat, wusste er noch nicht, dass es sein letzter sein würde. Durch eine Katastrophe fanden er und andere „Kumpel“ den Tod im Salz. Es war die Zeit der mächtigen Achaimeniden-Herrscher, in der sie lebten und so dramatisch starben. Rund 2400 Jahre später konnten ihre mumifizierten Körper von Archäologen freigelegt werden.

Kristallklares Salz

Das Salz des Bergwerkes, das heute Douzlakh genannt wird, ist sehr rein und von sehr hoher Qualität. Es ist zum Teil durchsichtig wie Bergkristall. Wahrscheinlich wurden deshalb Jahrhunderte später die Arbeiten zum Abbau dieses kostbaren Gutes wieder aufgenommen. Doch es ereignete sich ein weiteres Grubenunglück, so dass Archäologen auch Bergmänner des Sas(s)aniden-Reiches (224 – 651 n. Chr.) fanden.

 

Salz ist Leben

Diese Funde waren Anlass dafür, die Geschichte des Bergwerkes zu erforschen. Salz ist eine der wichtigsten Ressourcen der Erde. Es ist Grundlage für Leben und Wirtschaft; es kann sogar Landschaften prägen, wie wir aus der Erforschung prähistorischer Salzbergwerke in Österreich bereits wissen.

Puzzleteile der Vergangenheit

Weltweit sind bislang lediglich drei prähistorische Salzbergwerke bekannt: Douzlakh in Iran sowie Dürrnberg und Hallstatt in Österreich. Dank der konservierenden Eigenschaften des Salzes sind der Forschung tausende organische Funde erhalten geblieben: z. B. Textil- und Lederbekleidung, Gebrauchsgegenstände wie Holznägel oder Fackeln. Aufgrund der Vergänglichkeit dieser Materialien, sind sie nur in wenigen archäologischen Glücksfällen erhalten; sie ergänzen jedoch maßgeblich das Puzzle der Vergangenheit, in der nahezu alle Materialien organischen Ursprungs waren.

Detektivarbeit und Mumien

Eingebettet in eine archäologische Erzählung, werden in Frankfurt erstmals die originalen Funde zu sehen sein. Sie wurden speziell für diesen Zweck restauriert. Detektivisch werden die Rätsel der Katastrophen entschlüsselt und mit allem Respekt eine originale, aber auch die visualisierte Mumie in die Untersuchungen eingebunden.

 

Von der Medizin bis zur Landschaftsrekonstruktion

Aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse aus Geologie, Archäologie, Medizin, Parasitologie und Archäobotanik zeigen wie weit das Spektrum der Forschung heute reicht. Bei einem Blick hinter die Kulissen beantworten Wissenschaftler und Restauratoren Fragen wie: Welche Abbautechniken wurden angewandt? Wie erzeugte man damals unter Tage Licht? Wie sind die Bergmänner gestorben? Wie konnte die Restauratorin aus einem Textil-Klumpen dieses wunderbare Bekleidungs-stück herausarbeiten? Gibt es solche Handschuhe nicht auch bei uns auf dem Weihnachtsmarkt? Wie rekonstruiert die Archäobotanikerin die Landschaft der Vergangenheit? Woher kam das Salz in unserer Region? Welche Arten der Salzgewinnung gab es in vorgeschichtlicher und in antiker Zeit?